Betrugsanzeigen im Online-Werbeumfeld

veröffentlicht am 28.07.2026

Umfangreiche Analyse zeigt systematische Missbrauchsmuster

Eine aktuelle ÖIAT-Studie zeigt: Betrügerische Werbeanzeigen auf Meta-Plattformen erreichen Millionen Nutzer:innen und sind längst kein Einzelfall mehr.

Umfangreiche Analyse betrügerischer Online-Werbung

Im Auftrag der KommAustria hat das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) untersucht, wie verbreitet betrügerische und problematische Werbeanzeigen auf den Meta-Plattformen Facebook und Instagram sind. Grundlage der Analyse waren unter anderem die öffentlich zugängliche Meta-Werbebibliothek sowie Daten von Watchlist Internet.

Über einen Zeitraum von drei Monaten identifizierte das Forschungsteam rund 634.000 betrügerische oder problematische Werbeanzeigen. Diese erzielten EU-weit mehr als eine Milliarde Impressions (= das Anzeigen der Werbung auf einem Bildschirm), davon rund 123 Millionen in Österreich. Da die Untersuchung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sind die ermittelten Zahlen als konservative Untergrenze zu verstehen.

Typische Formen betrügerischer Werbung

Die Analyse identifizierte insbesondere acht häufig auftretende Betrugsformen:

  • Investmentbetrug
  • Online-Glücksspiele
  • Fake-Shops und Ghost Stores
  • Jobbetrug
  • Kreditbetrug
  • Abo-Fallen
  • unseriöse Nahrungsergänzungsmittel
  • Markenimitationen

Besonders häufig traten Anzeigen zu Online-Glücksspielen, Investmentbetrug und unseriösen Nahrungsergänzungsmitteln auf.

Wie Kriminelle Nutzer:innen manipulieren

Die Untersuchung zeigt zudem wiederkehrende Muster bei der Gestaltung der Anzeigen. Häufig werden künstliche Verknappung oder Zeitdruck eingesetzt, um schnelle Entscheidungen zu provozieren. Ebenso werden vermeintliche Wissensvorsprünge oder exklusive Informationen genutzt, um Neugier zu wecken. Darüber hinaus missbrauchen Betrüger:innen regelmäßig bekannte Marken, Medien oder prominente Persönlichkeiten, um Vertrauen zu schaffen. Auch persönliche Lebenssituationen, wie z.B. etwa finanzielle Schwierigkeiten oder die Jobsuche, werden gezielt ausgenutzt, indem passende Betrugsangebote ausgespielt werden.

Bedeutung des Digital Services Act

Seit Inkrafttreten des Digital Services Act (DSA) müssen große Online-Plattformen eine öffentlich zugängliche Werbebibliothek bereitstellen. Diese enthält unter anderem Informationen über den Inhalt einer Anzeige, den Schaltungszeitraum, die angesprochene Zielgruppe sowie die verantwortliche Person oder Organisation. Die ÖIAT-Studie zeigt, dass diese Transparenzvorgaben wichtige Einblicke in das Betrugsökosystem ermöglichen.

Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass Transparenz allein nicht ausreicht. Zwar waren zum Zeitpunkt der Erhebung bereits zahlreiche Anzeigen wegen Verstößen entfernt worden, dennoch konnten weiterhin große Mengen problematischer Werbung nachgewiesen werden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass betrügerische Online-Werbung auf großen Plattformen kein Randphänomen ist und weitere Maßnahmen erforderlich sind, um Nutzer:innen wirksam zu schützen.

Alle Informationen zum Nachlesen finden Sie hier auf der Website der Watchlist Internet.

Konsumentenfragen Newsletter

Aktuelle Neuigkeiten aus allen Bereichen der Konsumentenfragen