Betrugsmasche über WhatsApp
veröffentlicht am 03.11.2026
Gefälschte Abstimmungen als Falle für die Übernahme von Konten
Die Watchlist Internet warnt vor einer wiederkehrenden Betrugsmasche, bei der vermeintliche Abstimmungen (auch „votings“) dazu genutzt werden, die WhatsApp Konten ihrer Opfer zu hacken und weiter für kriminelle Machenschaften zu nutzen.
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Die Betrugsmasche war bereits im Vorjahr im Umlauf und tritt nun in einer neuen Variante/ in neuer Aufmachung wieder verstärkt auf. Dabei erhalten Nutzer:innen diesjährig eine WhatsApp-Nachricht, in der sie gebeten werden, für ein Kind einer Bekannten für einen Tanzkurs abzustimmen, während es letztes Jahr um ein Tanzstipendium ging. Die Nachricht scheint von einer bekannten Person zu stammen und enthält einen Link zur vermeintlichen Abstimmungsplattform. Tatsächlich können die Absender bereits Opfer eines vorherigen Angriffs geworden sein, denn Kriminelle nutzen übernommene WhatsApp-Konten, um weitere Personen anzuschreiben und die Masche fortzuführen.
Telefonnummer und Sicherheitscode als Zugang zum Konto
Nach dem Anklicken des Links gelangen die Nutzer:innen auf eine gefälschte Webseite, auf der sie zwischen zwei Tänzerinnen auswählen können. Um eine Stimme abzugeben, sollen sie zunächst ihre Telefonnummer eingeben. Anschließend erscheint ein achtstelliger Code, verbunden mit der Aufforderung, in den WhatsApp-Einstellungen den Bereich für verknüpfte Geräte aufzurufen und den Code dort einzugeben. Alternativ wird eine Verknüpfung über einen QR-Code angeboten. Die vermeintliche Sicherheitsprüfung dient jedoch dazu, ein von den Kriminellen kontrolliertes Gerät mit dem WhatsApp-Konto zu verbinden. Wer den Anweisungen folgt, ermöglicht den Täter:innen damit den Zugriff auf das eigene Konto.
Gefälschte Webseiten erkennen
Die Abstimmungsseiten weisen mehrere Merkmale auf, die auf einen Betrugsversuch hindeuten können. So wurde die im aktuellen Fall verwendete Domain „school-battles.com“ erst am 14. September 2026 registriert. Auch die verwendeten Bilder der Tänzer:innen sind laut der Watchlist Internet KI-generiert. Darüber hinaus funktionieren die Links auf der gefälschten Plattform nicht ordnungsgemäß. Die Betrugsmasche ist zudem nicht auf eine einzelne Internetadresse beschränkt: Betrüger:innen verwenden unterschiedliche Domains und passen die Namen der angeblichen Teilnehmer:innen sowie die Gestaltung der Nachrichten laufend an. Eine professionell wirkende Aufmachung oder eine Nachricht von einem bekannten Kontakt ist daher kein verlässlicher Beleg für die Echtheit eines Angebots.
Übernommene Konten für weitere Betrugsversuche
Die Täter:innen beschränken sich nicht darauf, nur weitere WhatsApp-Konten zu übernehmen. Sie nutzen die gekaperten Profile auch, um zusätzliche Phishing-Nachrichten an die gespeicherten Kontakte zu versenden. In einem von der Watchlist Internet beschriebenen Fall wurden Empfänger:innen beispielsweise um eine dringende Überweisung von 670 Euro für eine angebliche Zahnarztrechnung gebeten. Dabei wird behauptet, dass die betroffene Person ihre Rechnung nicht selbst begleichen könne und kurzfristig finanzielle Unterstützung benötige. Durch den vorgetäuschten Zeitdruck sollen die Empfänger zu einer raschen Zahlung bewegt werden, ohne die Angaben ausreichend zu überprüfen. Da die Nachricht über ein tatsächlich bekanntes WhatsApp-Profil eintrifft, kann der Betrugsversuch besonders glaubwürdig erscheinen.
Vorsicht bei Abstimmungen und dringenden Geldforderungen
Bei unerwarteten Nachrichten mit der Bitte um eine Stimme sollte besondere Vorsicht gelten. Kein seriöses Gewinnspiel und keine gewöhnliche Online-Abstimmung erfordern es, das eigene WhatsApp-Konto mit einem zusätzlichen Gerät zu verknüpfen. Weder ein angezeigter Code noch ein QR-Code sollte im Rahmen einer vermeintlichen Abstimmung zur Verknüpfung von Geräten verwendet werden. Stammt die Nachricht von einer bekannten Person, empfiehlt es sich, diese über einen anderen Kommunikationsweg zu kontaktieren, beispielsweise telefonisch oder per SMS. Auch bei dringenden Geldforderungen über WhatsApp sollte die Identität der angeblich hilfesuchenden Person unabhängig überprüft werden, bevor eine Überweisung veranlasst wird.
WhatsApp-Konto übernommen? Rasch handeln
Wer den Verdacht hat, dass das eigene WhatsApp-Konto übernommen wurde, sollte möglichst schnell reagieren. Informieren Sie zunächst wichtige Kontakte über einen anderen Kommunikationsweg, etwa per SMS oder Telefonanruf, über den möglichen Kontomissbrauch. Dadurch können sie vor gefälschten Nachrichten und weiteren Betrugsversuchen gewarnt werden. Ziehen Sie weiters die offizielle WhatsApp-Hilfe zur Wiederherstellung eines übernommenen Kontos heran. Außerdem sollte bei der Polizei Anzeige erstattet werden, damit der Vorfall dokumentiert und gegebenenfalls ermittelt werden kann.
Alles zum Nachlesen finden Sie hier auf der Seite der Watchlist Internet.