Mehr Schlichtungsverfahren bei Post und Telekom
veröffentlicht am 20.04.2026
Jahresbericht 2025 der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) zeigt steigenden Klärungsbedarf bei Post- und Telekommunikationsdiensten
Mehr Verfahren im Postbereich – Pakete im Fokus
Die Post-Schlichtungsstelle der RTR verzeichnete 2025 insgesamt 631 Verfahren, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Großteil betraf erneut die Österreichische Post (433 Fälle). Besonders stark fiel der Anstieg bei Hermes aus, wo sich die Verfahren um 250 % auf 109 erhöhten. Andere Anbieter wie DPD, GLS und UPS lagen jeweils unter 30 Verfahren.
Inhaltlich dominieren Paketprobleme (477 Verfahren), während der Briefbereich (100 Verfahren) weiter an Bedeutung verliert. Positiv: 91 Prozent der Verfahren konnten innerhalb von 90 Tagen abgeschlossen werden. Die Einigungsquote bei der Österreichischen Post stieg auf 74 Prozent, DPD erreichte sogar eine Quote von 100 Prozent.
Zustellprobleme bleiben Dauerbrenner
Auch im Portal für Postempfangsbeschwerden zeigt sich keine Entspannung. Mit 8.540 Meldungen wurde 2025 erneut ein Anstieg verzeichnet (+4 %). Häufige Kritikpunkte waren, dass nicht angeläutet wurde, Sendungen direkt im Abholshop landeten oder keine Verständigung trotz Anwesenheit am Zustellort erfolgte. Die Beschwerden dienen der RTR als wichtige Grundlage, um strukturelle Probleme zu identifizieren und Verbesserungen anzustoßen.
Telekommunikation: Streit um Kosten und Verträge
Bei der Schlichtungsstelle für Kommunikationsdienste wurden 2025 im Telekommunikationsbereich insgesamt 1.584 Verfahren eingebracht. Die häufigsten Themen waren Entgeltstreitigkeiten (758 Fälle) und Vertragsschwierigkeiten (638 Fälle), etwa bei unklaren Leistungsinhalten, Entgelten oder Kündigungsbedingungen.
Auffällig ist der Anstieg bei Schlichtungsverfahren zur mobilen Netzqualität (+25 % auf 95 Fälle) sowie bei Roaming in Drittstaaten (122 Fälle).
Die meisten Verfahren betrafen wie in den Vorjahren A1 (716), gefolgt von Magenta (452) und Drei (308). Insgesamt konnten 94 Prozent der Verfahren innerhalb von 90 Tagen abgeschlossen werden.
Rufnummernmissbrauch und neue Schutzmaßnahmen
Die Zahl der Beschwerden bei der Meldestelle für Rufnummernmissbrauch stieg 2025 auf 31.888 (+5 %). Besonders deutlich nahm die Zahl der gemeldeten Betrugs-SMS zu (+60 % auf 10.205 Meldungen), häufig mit Bezug zu angeblichen Nachrichten von Familie, Behörden oder Banken.
Um Betrugs-SMS einzudämmen, hat die RTR eine neue Verordnung eingeführt: Künftig müssen alphanumerische Absenderkennungen (z.B. Firmennamen bei SMS) registriert werden. Dann dürfen nur noch bei der RTR registrierte Kennungen angezeigt werden. Die Regelung ist seit Ende März in Kraft, die technische Umsetzung durch die Anbieter erfolgt innerhalb von sechs Monaten bis zum Herbst 2026.
Der vollständige Jahresbericht der RTR-Schlichtungsstellen mit detaillierten Analysen und weiteren Zahlen ist online abrufbar.