Problematische Smartphone-Nutzung bei Jugendlichen
veröffentlicht am 23.10.2026
Hohe Nutzungsdauer und Zusammenhänge mit psychischer Gesundheit
Eine in Österreich durchgeführte Online-Studie zeigt, dass mehr als ein Drittel der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Grenzwert für problematische Smartphone-Nutzung überschreiten. Besonders lange Nutzungszeiten standen mit verschiedenen psychischen Belastungen in Zusammenhang.
Mehr als ein Drittel mit problematischer Nutzung
Eine Online-Studie untersuchte im Jahr 2023 wie verbreitet problematische Smartphone-Nutzung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist. Hierfür wurden insgesamt 913 Personen zwischen 14 und 20 Jahren befragt. Dabei überschritten 38,1 Prozent den Grenzwert für problematische Smartphone-Nutzung, gemessen anhand der Smartphone Addiction Scale (SAS-SV). Frauen waren mit 39,0 Prozent etwas häufiger betroffen als Männer mit 33,3 Prozent.
Lange Bildschirmzeit und psychische Gesundheit
Etwa die Hälfte der Befragten nutzte ihr Smartphone mehr als fünf Stunden täglich, rund ein Fünftel sogar mindestens sieben Stunden. Mit zunehmender Nutzungsdauer traten depressive und Angstsymptome häufiger auf. Auch Schlaflosigkeit, psychische Belastung, geringeres Wohlbefinden und Einsamkeit standen mit längeren Nutzungszeiten in Zusammenhang: Insgesamt 37,7 Prozent der Befragten berichteten über starke Einsamkeit. Körperliche Inaktivität wiederum war mit depressiven und Angstsymptomen, psychischer Belastung und geringerem Wohlbefinden assoziiert.
Problematische Smartphone-Nutzung
Problematische Smartphone-Nutzung war hingegen mit depressiven Symptomen, Angstsymptomen, gestörtem Essverhalten und Anzeichen von Alkoholmissbrauch verbunden. Anders als die reine Nutzungsdauer zeigte sie jedoch keinen Zusammenhang mit Einsamkeit, Schlaflosigkeit, psychischer Belastung, Wohlbefinden oder körperlicher Inaktivität.
Aussagekraft der Ergebnisse
Die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu interpretieren: Die Online-Befragung war nicht repräsentativ für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Österreich; zudem waren weibliche Teilnehmende mit 82,4 Prozent deutlich stärker vertreten als männliche Teilnehmende mit 14,1 Prozent. Da die Befragung zu einem einzigen Zeitpunkt durchgeführt wurde und auf Selbstauskünften beruhte, lassen sich keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen ableiten. Auch der Zweck der Smartphone-Nutzung und die Bildschirmzeit anderer Geräte wurden nicht erhoben. Weitere Untersuchungen könnten helfen, die Zusammenhänge zwischen Smartphone-Nutzung, körperlicher Aktivität und psychischer Gesundheit genauer zu klären.
Die komplette Studie (in englischer Sprache) zum Nachlesen finden Sie hier.