Produktsicherheit bei Zigaretten
veröffentlicht am 04.02.2026
Prüfung der Zündneigung zeigt gute Ergebnisse – Hören Sie trotzdem mit dem Rauchen auf!
Die Abteilung III/A/3 des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat insgesamt 25 Zigaretten verschiedener Längen, Formate und Ausführungen der vier größten Hersteller auf ihre Zündneigung hin geprüft. Alle Produkte haben bestanden, doch das Risiko eines Brandes durch Rauchen, vor allem im Bett, bleibt bestehen.
Warum Zigaretten auf Zündneigung geprüft werden
Zigaretten gehören zu den häufigsten Auslösern tödlicher Wohnungsbrände, insbesondere wenn im Bett oder auf Polstermöbeln geraucht wird. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Menschen an den Folgen eines durch eine Zigarette ausgelösten Feuers sterben, etwa wenn sie mit einer glimmenden Zigarette einschlafen. Vor diesem Hintergrund ist es zentral, dass Tabakprodukte so konstruiert sind, dass sie möglichst von selbst verlöschen wenn nicht an ihnen gezogen wird, statt brennbare Materialien wie Bettwäsche oder Sofapolster zu entzünden. Genau hier setzt die Produktsicherheit an: Zigaretten sollen zumindest nicht zusätzlich „brandgefährlich“ werden, auch wenn sie an sich gesundheitsschädlich sind und bleiben.
So wurde getestet: Normverfahren ISO 12863
Daher müssen Zigaretten in ihrem Abbrandverhalten der ÖNORM EN 16156 „Zigaretten ― Beurteilung der Zündneigung ―Sicherheitsanforderung“ entsprechen. Getestet wird dies nach dem internationalen Normprüfverfahren ÖNORM EN ISO 12863:2022, das festlegt, wie Zigaretten auf standardisierten Unterlagen getestet werden, um zu beurteilen, ob sie von selbst verlöschen oder weiterglimmen. In der Praxis werden Zigaretten dabei auf mehrere Schichten genormten Materials gelegt und ihr Abbrand genau beobachtet. Ziel ist es zu messen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Zigarette genügend Wärme entwickelt, um brennbare Umgebungsmaterialien zu entzünden, wie etwa Matratzen oder Polstermöbel.
Die Testergebnisse: Alle Produkte haben bestanden
Die gute Nachricht aus Sicht der Produktsicherheit: Keine der untersuchten Zigarettenmarken ist durch den Test gefallen. Alle getesteten Produkte erfüllten die Anforderungen des Normverfahrens zur Zündneigung, was bedeutet, dass sie ein den Vorgaben entsprechendes Verhalten beim Abbrennen auf den Prüflagen zeigten. In der Praxis bedeutet das: Das Brandrisiko, das von einer einzelnen liegen gelassenen Zigarette ausgeht, ist durch technische Vorgaben und Herstelleranpassungen reduziert worden – sie sollen eher verlöschen, statt unkontrolliert weiter zu brennen. Dennoch ersetzt ein bestandener Zündneigungstest keinen sorgfältigen Umgang: Wer raucht, sollte Zigaretten niemals unbeaufsichtigt glimmen lassen, Aschenbecher nicht auf Polstermöbeln abstellen und schon gar nicht mit brennender Zigarette einschlafen.
Was die Ergebnisse nicht ändern: Rauchen bleibt riskant und gefährdet die Gesundheit
Trotz der positiven Testergebnisse bleibt eines unverändert: Zigaretten sind und bleiben ein Hochrisikoprodukt für Gesundheit und Sicherheit. Selbst wenn moderne Produkte so konstruiert sind, dass sie auf bestimmten Unterlagen eher ausgehen, lässt sich das reale Verhalten im Alltag nicht vollständig normieren: In Bettdecken, auf Sofas, in überfüllten Aschenbechern oder in Kombination mit Alkohol und Müdigkeit kann eine Zigarette weiterhin eine gefährliche Zündquelle sein. Parallel dazu bleibt das gesundheitliche Risiko enorm: Rauchen ist einer der wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronische Lungenerkrankungen, unabhängig davon, wie „brandsicher“ eine Zigarette konstruiert ist. Tests zur Zündneigung sind daher ein Baustein der Produktsicherheit, jedoch ersetzen sie weder Brandschutz im Haushalt noch den Schutz der eigenen Gesundheit durch Rauchverzicht.