Schuldenreport 2026

veröffentlicht am 12.05.2026

Der 20. Schuldenreport 2026 der asb Schuldnerberatung GmbH zeigt: Hohe Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit und zahlreiche Krisen – mit einem geringen Einkommen ist das Leben oft kaum zu bewältigen.

Arbeitslosigkeit als Schuldenrisiko

In der Pressekonferenz am 7. Mai 2026 präsentierte die asb Schuldnerberatungen GmbH, Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungsstellen, gemeinsam mit Frau Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig den jährlichen Schuldenreport. Dieser gibt einen umfassenden Überblick über die Situation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen und ihrer Klientel. Die asb Schuldnerberatungen GmbH bereitet darin zahlreiche Daten der Schuldenberatungen aus dem Jahr 2025 auf.  

Gerade steigende Energie- und Lebensmittelpreise bringen viele Haushalte schnell an ihre Grenzen. Wer plötzlich den Arbeitsplatz verliert, gerät oft innerhalb weniger Monate in Zahlungsprobleme.

Laut dem aktuellen Bericht sind mehr als ein Drittel der Menschen, die eine Schuldenberatung aufsuchen, arbeitslos. Gleichzeitig reicht das durchschnittliche Arbeitslosengeld oft nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken: Im Jahr 2024 lag das durchschnittliche Arbeitslosengeld bei 1.250 Euro pro Monat – deutlich unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1.661 Euro (Stand 2025). 

Ende der 3-jährigen Entschuldung droht

Ab Juli 2026 endet die gesetzlich im Insolvenzrecht verankerte Möglichkeit für Privatpersonen, sich bereits nach drei Jahren vollständig zu entschulden. Für ehemalige Unternehmer:innen bleibt diese verkürzte Frist allerdings bestehen.  Die Schuldnerberatung warnt vor sozialen Ungleichheiten durch die neue Regelung. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt die Problematik deutlich: Wenn eine Ehefrau für Schulden ihres selbstständigen Partners gebürgt hat, muss sie künftig unter Umständen zwei Jahre länger im Privatkonkurs bleiben als ihr Mann. Daher fordert die asb bereits seit längerem, dass die Möglichkeit der dreijährigen Entschuldung dauerhaft erhalten bleibt.

Was muss geschehen? – Vorschläge der Schuldenberatung

Mit der Publikation „Wege aus der Schuldenfalle – Rechts- und sozialpolitische Forderungen der Schuldenberatungen“ formulieren die Schuldenberatungen aktuelle Vorschläge an Politik und Gesellschaft. 

Schuldenberatung muss langfristig mit ausreichend Ressourcen ausgestattet sein.  Die Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit einer verbesserten und flächendeckenden Finanzierung der staatlich anerkannten Schuldenberatungen

 So findet sich auch die langjährige Forderung der Anhebung des Existenzminimums, um Menschen mit Schulden ein menschenwürdiges Leben und ein Mindestmaß an sozialer und kultureller Teilhabe zu ermöglichen. 

Den aktuellen Schuldenreport wie auch die Publikation "Wege aus der Schuldenfalle – Rechts- und sozialpolitische Forderungen der Schuldenberatungen“ finden Sie hier:  Service & Downloads - Schuldenberatung

Mehr Prävention

Ein zentraler Schlüssel zur Prävention sieht Ulrike Königsberger-Ludwig, Staatssekretärin für Gesundheit und Konsument:innenschutz, in der Finanzbildung. Sie verwies auf bestehende Projekte und Angebote des Sozialministeriums wie Bildungsangebote für den Kindergarten, die Volksschule, die Sekundarstufe I und II., die in langjähriger Zusammenarbeit mit der Schuldnerhilfe OÖ entstanden sind und auf www. konsumentenfragen.at zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen.

 

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