Steigende Bedeutung außergerichtlicher Streitbeilegung im Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugverkehr

veröffentlicht am 11.05.2026

Ein Überblick über die Erfolge und größten Problemfelder im Jahr 2025

Die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte konnte im Jahr 2025 rund zwei Millionen Euro an Ausgleichszahlungen, Rückerstattungen sowie Entschädigungen für Reisende durchsetzen. Besonders im Flugverkehr häuften sich Beschwerden über Verspätungen, Annullierungen und Gepäckprobleme.

Kostenlose Unterstützung für Reisende

Die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) fungiert als gesetzliche Schlichtungs- und Durchsetzungsstelle für den Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugverkehr in Österreich. Ziel der Einrichtung ist es, Reisenden bei Streitfällen mit Verkehrsunternehmen zu ihrem Recht zu verhelfen – kostenlos und ohne Provisionen. Die Verfahren werden außergerichtlich abgewickelt und sollen rasche sowie unbürokratische Lösungen ermöglichen. Laut apf basiert der Erfolg der Schlichtungsstelle insbesondere auf langjähriger Erfahrung im Umgang mit Verkehrsunternehmen und umfassender Expertise im Bereich der Fahr- und Fluggastrechte. Auch aus dem Verkehrsministerium wird die Bedeutung der Schlichtung als kostengünstige und freiwillige Form der Streitbeilegung hervorgehoben.

Rund zwei Millionen Euro für Fahr- und Fluggäste

Im Jahr 2025 konnte die apf in knapp 5000 abgeschlossenen Verfahren insgesamt rund zwei Millionen Euro an Entschädigungen, Ausgleichszahlungen und Erstattungen für Reisende erwirken. Der überwiegende Teil entfiel dabei auf den Flugbereich, der mit rund 1,9 Millionen Euro den größten Anteil ausmachte. Durchschnittlich erhielten Betroffene etwa 400 Euro pro abgeschlossenem Verfahren. Diese Zahlen verdeutlichen die zunehmende Relevanz von Passagierrechten und zeigen zugleich, wie häufig es weiterhin zu Problemen im öffentlichen Verkehr und im Flugwesen kommt.

Hohe Zahl an Anträgen und schnelle Bearbeitung

Im Laufe des letzten Jahres gingen konkret 6.663 schriftliche Schlichtungsanträge bei der apf ein, aus denen zahlreiche Verfahren eröffnet wurden. Trotz der hohen Fallzahlen konnte die Schlichtungsstelle ihre Bearbeitungszeiten stabil halten und teilweise sogar verbessern. Die durchschnittliche Dauer eines Verfahrens lag bei etwas mehr als einem Monat – von der Einreichung des Online-Antrags bis zum Abschluss. Besonders hervorgehoben wird die rasche Erstreaktion auf Anfragen: Antragsteller:innen erhielten im Durchschnitt bereits innerhalb eines Tages eine erste Rückmeldung. Damit positioniert sich die apf weiterhin als niederschwellige Anlaufstelle für Reisende, die ihre Ansprüche geltend machen möchten.

Verspätungen und Annullierungen als häufigste Gründe

Im Flugverkehr zählten Verspätungen und Annullierungen erneut zu den häufigsten Ursachen für Beschwerden. Hinzu kamen Probleme mit Gepäckstücken, etwa bei Verlust oder Beschädigung. Im Bahnverkehr standen insbesondere Streitfälle rund um Ticketstornierungen, Rückerstattungen und Leistungsminderungen im Nachtzugverkehr im Fokus. Auch Strafzahlungen führten häufig zu Verfahren. Im Busbereich wiederum kam es verstärkt zu Beschwerden im Zusammenhang mit Schadenersatzforderungen, Diebstählen sowie Ticketproblemen. Insgesamt zeigt sich, dass Reisende in nahezu allen Verkehrsbereichen regelmäßig mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert sind.

Verfahren gegen große Verkehrsunternehmen

Die meisten Verfahren wurden im Jahr 2025 mit großen Verkehrsunternehmen geführt. Besonders häufig betroffen waren Fluglinien sowie führende Anbieter im österreichischen Bahnverkehr. Dies spiegelt nicht nur deren hohe Nutzerzahlen wider, sondern auch die zentrale Rolle großer Mobilitätsunternehmen im täglichen Reiseverkehr.

Digitale Antragstellung als zentraler Zugang

Schlichtungsanträge müssen grundsätzlich schriftlich eingebracht werden, damit alle relevanten Unterlagen vollständig vorliegen und eine rasche Bearbeitung möglich ist. Dafür stellt die apf ein Online-Formular zur Verfügung, über das Reisende ihre Anliegen unkompliziert einreichen können. Ergänzend bietet die Schlichtungsstelle telefonische Beratung für Fragen zu Verfahren im Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugverkehr an. Damit soll gewährleistet werden, dass Betroffene ihre Rechte möglichst einfach und niederschwellig wahrnehmen können.

 

Den kompletten Jahresbericht 2025 der apf finden Sie hier

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