Videospiele: EU-weite Aktion gegen versteckte Kosten und manipulative Verkaufspraktiken

veröffentlicht am 05.11.2026

Virtuelle Spielwährungen, Lootboxen (sog. virtuelle Beutekisten) und manipulative Designelemente: Die Europäische Kommission und das europäische Verbraucherbehördennetzwerk („CPC“) wollen Spieler:innen besser vor unfairen Geschäftspraktiken schützen. Besonders Kinder und Jugendliche stehen im Fokus.

Viele Videospiele erscheinen zunächst kostenlos, doch In-Game-Käufe, virtuelle Währungen und kostenpflichtige Zusatzinhalte können schnell teuer werden. Häufig ist dabei schwer zu erkennen, wie viel ein virtueller Gegenstand tatsächlich in Euro kostet.

Die Europäische Kommission und das CPC-Netzwerk gehen deshalb gemeinsam gegen mögliche Verstöße vor. Im Visier stehen neun Videospielunternehmen mit Spielen wie Minecraft, Candy Crush Saga, Clash of Clans und Forge of Empires. Weitere gesonderte EU-Maßnahmen betreffen auch Activision Blizzard UK (Diablo Immortal sowie Call of Duty Mobile) sowie das Unternehmen Star Stable Entertainment.

Mehr Transparenz bei In-Game-Käufen

Die Behörden fordern klare Preisangaben für virtuelle Spielwährungen und virtuelle Gegenstände. Konsument:innen sollen erkennen können, wie viel sie tatsächlich ausgeben. Auch sollen sie nicht dazu gedrängt werden, mehr virtuelle Währungen (z.B. Minecoins, Edelsteine (Gems), Goldbarren etc.) zu kaufen, als sie benötigen. Zudem müssen Anbieter über geltende Verbraucherrechte, insbesondere das grundsätzlich bestehende 14-tägige Rücktrittsrecht bei Online-Käufen, informieren. Für digitale Inhalte gelten dabei bestimmte gesetzliche Ausnahmen, worüber die Spieler:innen ebenso transparent in Kenntnis zu setzen sind.

Lootboxen und manipulative Designelemente

Die gemeinsame Stellungnahme des CPC-Netzwerkes richtet sich auch gegen manipulative Verkaufspraktiken, sog. „Dark Patterns“. Dazu zählen künstliche Verknappung, irreführende Countdown-Timer und andere Methoden, die zu unüberlegten Käufen verleiten. Auch Lootboxen, deren Inhalt vor dem Kauf unbekannt ist, werden thematisiert.

Besonders wichtig ist der Schutz von Kindern: Direkte Kaufaufforderungen an Kinder oder oder ihre Eltern/Erwachsene zum Kauf für sie zu bewegen, sind nach EU-Recht verboten. Auch mögliche suchtfördernde Spielmechanismen und unzureichende elterliche Kontrollmöglichkeiten werden untersucht.

Was bedeutet das für Konsument:innen?

Diese Initiative ist ein wichtiges Signal: Auch in der digitalen Spielewelt gelten europäische Verbraucherschutzregeln. Preise müssen transparent sein und Kaufentscheidungen dürfen nicht durch manipulative Methoden beeinflusst werden. Konsument:innen sollten insbesondere bei In-Game-Käufen auf die tatsächlichen Kosten achten und Kinder vor unüberlegten Ausgaben geschützt werden.

Denn auch beim Spielen gilt: Was Spaß machen soll, darf nicht zur Kostenfalle werden.

Weitere Informationen 

Wir haben über das Thema bereits berichtet:

Vorsicht vor Kostenfallen bei Online Spielen! (zur Studie „Konsumentenschutz im Mobile Gaming“)

Weltweites Behördennetzwerk ICPEN nimmt Online Gaming ins Visier

Weitere Links:

Europäische Kommission, Pressemitteilung IP/26/2018 vom 30. September 2026 

CPC-Netzwerk, Joint Statement on Online Games vom 30. September 2026 

The CPC Key Principles on In-game Virtual Currencies vom 21. März 2025

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