Vom Scrollen zum Shoppen: Worauf Verbraucher:innen im TikTok-Shop achten sollten

veröffentlicht am 02.07.2026

Seit kurzem ist in Österreich der sogenannte TikTok-Shop verfügbar. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Online-Shopping und Social-Media-Nutzung.  Für Verbraucher:innen birgt dies einige Risiken.

Nachdem die chinesische Social-Media-Plattform TikTok den TikTok-Shop bereits in mehreren EU-Ländern in die bestehende App integriert hat, ist dieser seit dem 15. Juni 2026 auch in Österreich verfügbar. Durch diese neue Funktion können Nutzer:innen Produkte mit wenigen Klicks direkt über Videos oder Livestreams erwerben, ohne die App verlassen zu müssen.

Wer ist der Verkäufer?

TikTok tritt dabei nicht selbst als Verkäufer auf, sondern ist lediglich Online-Marktplatz. Vertragspartner für den Kauf sind die jeweiligen Händler. Wer diese sogenannten Drittanbieter sind, ist jedoch nicht immer einfach herauszufinden: Wie eine Untersuchung der deutschen Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt, sind Angaben zum jeweiligen Händler im TikTok-Shop oftmals unklar und unverständlich. Dadurch kann es schwierig sein, zu erkennen, mit wem man den Kaufvertrag tatsächlich abschließt. Nicht selten stecken dahinter nämlich Unternehmen aus dem EU-Ausland. Die Geltendmachung von Verbraucher:innenrechten, wie zum Beispiel Gewährleistungsmängel oder das Rücktrittsrecht, wird dadurch in der Regel erheblich erschwert bzw. teilweise verunmöglicht.

Impulskäufe leicht gemacht

Durch den TikTok-Shop wird die Möglichkeit zum Erwerb von Produkten nahtlos in den bestehenden Feed eingebunden. Insbesondere für Jugendliche und vulnerable Verbraucher:innengruppen kann das problematisch sein. Wie eine weitere Studie des vzbv zeigt, setzen Anbieter von Sozialen Medien bereits aktuell manipulative Designpraktiken und potentiell suchterzeugende Designelemente ein, um die Nutzer:innen an die Online-Plattform zu binden und die Interaktion mit dieser sowie die Nutzungsdauer zu steigern. Mit der Einführung des TikTok-Shops in Österreich ist nunmehr der Kaufabschluss mit wenigen Klicks einfach in der App möglich, was umso leichter zu Impulskäufen verleiten kann.

Außerdem werden Produkte häufig von Influencer:innen präsentiert, die aufgrund ihrer scheinbaren Authentizität schon bislang einen großen Einfluss auf das Kaufverhalten von Nutzer:innen haben können. Das dahinter oft bezahlte Kooperationen stehen, ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

Unsichere Produkte

Verbraucherorganisationen und Behörden berichten generell immer wieder von unsicheren Produkten auf Online-Marktplätzen, welche nicht den europäischen Sicherheitsvorschriften entsprechen. Deshalb sollten Verbraucher:innen auch im TikTok-Shop besonders bei auffallend günstigen Angeboten genau hinschauen.

Selbstverständlich gelten auch im TikTok-Shop die Konsumentenschutzrechte, wie z.B. das 14-tägige Rücktrittsrecht. Nähere Informationen über die Rechte im Fernabsatz finden Sie unter anderem hier: Internetshoppen und -surfen

Tipps für den Umgang mit TikTok-Shop:

  • Angebote prüfen: Wer ist der Händler? Woher kommt das Produkt? Wie und wohin kann das Produkt im Fall einer Rücksendung retourniert werden?
  • Influencer:innen nicht blind vertrauen: Gibt es andere authentische Erfahrungsberichte?
  • Bewusste Kaufentscheidungen treffen: Brauche ich das Produkt wirklich oder handelt es sich um einen Impulskauf?
  • Vorsicht bei besonders günstigen Angeboten

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