Wie sicher sind in der EU verkaufte alltägliche Konsumgüter aus Kunststoff, Textilien und Metall?
veröffentlicht am 05.10.2026
Untersuchung zeigt Belastungen durch PFAS und Schwermetalle
Nationale Marktüberwachungsbehörden aus zwölf Mitgliedstaaten arbeiteten im Rahmen einer von der Europäischen Kommission finanzierten Initiative zur Produktsicherheit zusammen, um gängige, preisgünstige Artikel auf gefährliche Chemikalien zu überprüfen.
Was wurde geprüft?
Insgesamt 128 beprobte Produkte aus fünf Kategorien (preisgünstige Konsumgüter aus Kunststoff, Kinderprodukte aus Kunststoff, Kinderkleidung und -schuhe, Kinderprodukte mit Textilteilen sowie Modeschmuck), die online und in physischen Geschäften in zwölf Ländern gekauft wurden, wurden in einem akkreditierten Labor auf schädliche Chemikalien wie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sowie auf Schwermetalle wie Cadmium, Nickel und Blei untersucht. Zu den geprüften Artikeln gehörten Spielzeug, Kostümzubehör, Lätzchen, Kindersonnenbrillen, T-Shirts, Geschirr und aufblasbare Pools.
Prüfergebnisse
25 der 128 Proben (20 %) erfüllten mindestens eine der Prüfanforderungen nicht. Insgesamt wiesen siebzehn von 53 (32 %) geprüften Artikeln an Kinderkleidung und -schuhen Gehalte an beschränkten Chemikalien wie PFAS und kurzkettigen chlorierten Paraffinen auf, die über den zulässigen Grenzwerten lagen.
Von den zwölf geprüften Proben billigen Schmucks hatten elf (33 %) zu hohe Cadmium-, Nickel- oder Bleigehalte. Drei von 33 (9 %) der preisgünstigen Konsumgüter aus Kunststoff, wie Handyhüllen, Spielzeug und Duschvorhänge, fielen durch. Zwei enthielten Perfluoroctansulfonat (PFOS), und das dritte wies einen zu hohen Cadmiumgehalt auf. PFOS gehören zur Familie der per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), sogenannten Ewigkeitschemikalien, die häufig in Produkten eingesetzt werden, um Öl und Wasser abzuweisen. Sie lassen sich in der Natur oder im menschlichen Körper nur schwer abbauen.
Was sind die Risiken?
Aufgrund ihrer lang anhaltenden Schäden für Gesundheit und Umwelt sind bestimmte PFAS in der EU chemikalienrechtlich bereits beschränkt. Es werden umfassendere, die gesamte Gruppe betreffende Verbote in Erwägung gezogen. Einige „schicke“ Modeschmuckartikel können schädliche Metalle wie Cadmium, Blei oder Nickel freisetzen. Die Exposition gegenüber PFAS und Schwermetallen erhöht nach aktuellem Wissensstand das Risiko für Störungen des Immunsystems, Hormonstörungen, Krebs, neurologische Schäden und Hautallergien. Kinder sind für diese Gesundheitsrisiken besonders anfällig.
Handlungsempfehlungen
- Kaufen Sie in Online-Shops, die den Hersteller und den Vertriebshändler des Produkts klar angeben;
- Schlafen Sie nicht mit angelegtem Schmuck – wenn Sie allergisch reagieren, tragen Sie ihn nicht mehr und holen Sie ärztlichen Rat ein;
- Vermeiden Sie gefährliche Chemikalien wie PFAS, die in einigen Kunststoffen und wasserfesten Materialien (einschließlich Duschvorhängen) enthalten sind, indem Sie Textilien wählen, die mit natürlichen Wachsen oder nicht fluorierten Ausrüstungen behandelt wurden;
- Melden Sie Sicherheitsprobleme oder Vorfälle mit Produkten über das Consumer Safety Gateway bei Ihrer Verbraucherschutzbehörde.
Was haben die nationalen Behörden unternommen?
Achtzehn (35 %) der 51 Ausfälle wurden als ernstes Risiko eingestuft, sechs (12 %) als hohes Risiko und dreizehn (25 %) als geringes Risiko. Sechs Produkte, die als schädlich eingestuft wurden, wurden im Safety Gate gemeldet, dem Schnellwarnsystem der EU für gefährliche Non-Food-Produkte. Die an dieser Zusammenarbeit beteiligten nationalen Behörden haben die folgenden Maßnahmen ergriffen:
- der Verkauf von zehn (20 %) der 51 Produkte wurde verboten;
- Zehn wurden vom Markt genommen;
- Sechs (12 %) Produkte wurden vernichtet;
- Sechs wurden von den Verbraucher:innen zurückgerufen.
Alles zum Nachlesen finden Sie hier im Abschlussbericht auf der Website der Europäischen Union.